AllgemeinesDie Besonderheit des Mini-Getriebes ist, dass sich dieses im Sumpf des Motors befindet und sich mit diesem den gleichen Ölkreislauf teilt. Da das Getriebe längs unter der Kurbelwelle liegt, wird diese Kraft von dieser über die Kupplung auf ein Zahnrad (Zwischenrad) übertragen, und von diesem in das Getriebe.

Im Prinzip gibt es 3 verschiedene Bauformen, die sich im Inneren nochmals unterscheiden.
Alle Seriengetriebe verfügen über 4 Vorwärts- und einen Rückwärtsgang:
- Magic Wand - Schalthebel direkt am Getriebe
- Remote Change - Aluverlängerung für Schaltung
- Rod Change - Stangenschaltung
Und als 4. Bauform noch das [
Automatikgetriebe].
Magic Wand GetriebeDas Magic Wand ('Zauberstab') Getriebe ist die allererste Bauform die es gab. Bei diesem Getriebe sitzt der (lange) Schalthebel direkt am Getriebe. Bis 1969 war der erste Gang unsynchronisiert. Im Prinzip gibt es zwei Typen Magic Wand Getriebe: das erste und das späte, dass auf dem Remote-Getriebe basierende (Unterschied: Differentialdeckel).
Der Schalthebel war bis ca. Mitte 1960 gerade, danach wurde er abgewinkelt.


Magic Wand Getriebe, 1959 und später.
Remote Change GetriebeDa die Schaltwege (und damit Zeiten) mit dem Magic Wand Getriebe alles andere als sportlich waren, wurde für die sportlicheren Minis, die Cooper Modelle, eine andere Schaltung entwickelt. Der Schalthebel war nun näher beim Fahrer und an einer 'normalen' Position wie in anderen Fahrzeugen. Dazu wurde das Differentialgehäuse verlängert. In dieser Verlängerung, dem sog. 'Schwanenhals', wurde eine Schaltstange geführt, die über einige Umlenkungen Ihren Weg in das Getriebe fand.

Cooper Motor mit Remote-Getriebe. Gut zu sehen der 'Schwanenhals'.
Im deutschen Sprachgebrauch wird das Getriebe auch oft als 'Schalthalsgetriebe' bezeichnet.
Das Remote Getriebe gab es anfangs mit 3 synchronisierten Gängen, später mit Synchronisation für alle Gänge (außer Rückwärtsgang).
Mit diesem 4 Sync. Remote Getriebe kamen auch auf diesem basierende 4 Sync. Magic Wand Getriebe.
Ein Vorteil des Remote-Getriebes ist die exzellente Abstützung des Motors. Diese ist bei Magic-Wand- und Rod-Change-Getrieben anfälliger. Der 'Schwanenhals' gibt eine lange und gute Stütze für den Motor ab. Wenn man die Wartungsintervalle der Motorstützen ('Knochen') einhält, sind aber auch Rod-Change und Magic-Wand problemlos.

Remote change Getriebe, gut zu sehen die Umlenkung der Schaltstange (links)

Optionales S/C (straight cut) remote Getriebe eines Cooper 998
Bei Fahrzeugen mit Rückfahrleuchte sitzt der Schalter für diese auf der Vorderseite des Getriebes (bei Fahrzeugen ohne mit einer Schraube verschlossen). Dieser wird betätigt über die Schaltumlenkung. Beim rod change Getriebe sitzt der Schalter in bzw. an der Schaltbox.
Rod Change GetriebeBeim Rod Change Getriebe werden die Gänge über eine lange Stange ('rod') geschalten. Eine zweite Stange stützt die Schaltbox gegen das Getriebe ab.

Rod change Schaltstangen und Schaltbox

Rod change, die Schaltstange geht auf direktem weg zur Schaltmuffe.
Dieses Getriebe gibt es in unterschiedlichen Arten.
Der erste Unterschied ist A-Serie und A+ Serie.
A+Serie , die wohl meist verbreitete Version
Die ersten A+Getriebe tauchten im Innocenti 90/120 / DeTomaso auf. Diese haben noch Stehbolzen für Kupplungsgehäuse und Differentialdeckel (spätere Getriebe wurden mit Schrauben verbunden). Die Innereien sind im Gegensatz zu Ihren Verwandten im Mini haltbar.
Das A+Getriebe benötigt aber im Gegensatz zum A-Getriebe einen anderen Primärantrieb (Primärrad Kurbelwelle, Zwischenrad und Getriebeeingangsrad). Die Verzahnung ist anders und der Zapfen des Zwischenradlager dicker.
Auch ist die Verzahnung der Endantriebe ( ausgenommen Innocenti , dort sind diese A-Serie ) auch in der neuen A+ Version ausgeführt.

Größeres A+ Zwischenradlager (unten)
Werksseitige Fehlerquellen beim A+Getriebe :
- Falsches Hauptlager, der Kunststoff bricht
- Rückwärtsgangritzel, die Hülse ist zweiteilig und wandert
- 4-Loch-Befestigung des Hauptlagers, dort kann das Gehäuse reißen, wurde später auf 3-Loch umgestellt
Der Metro Turbo (und E.R.A. Turbo) verwendete auch ein A+Getriebe. Dieses verfügte aber lediglich über ein verstärktes bzw. größeres Pilotlager (Lager im Kupplungsgehäuse, Gegenstück vom Getriebe-Eingangslager).